Markdorfer Bürgerbegehren zum geplanten Bischofschloss-Umbau

Es ist nicht mal einen Monat her (24. Juli 2018), als der Gemeinderat in einer Sitzung den Antrag der SPD auf einen Bürgerentscheid zum Umbau des Schlosses mehrheitlich abgelehnt und zugleich den Baubeschluss um Umbau gefasst hat.

Der Umbau des Bischofschloss zu einer Verwaltung stößt in Markdorf auf große Kritik und es gibt nicht wenige Stimmen, die dieses Vorhaben ablehnen. Es ist unumstritten, dass es auch Befürworter gibt. Diese Stimmen kommen aus der Bürgerschaft und nicht aus dem Gemeinderat. Es bewegt die Menschen in Markdorf. Umso verwirrender sind für mich bis heute die Entscheidung sowie die Begründungen zur anlehnenden Haltung eines Bürgerentscheids. Nun sind wir, Bürgerinnen und Bürger von Markdorf, gefragt!

Die Initiative Bischlofschloss bereitet derzeit das Bürgerbegehren vor. Auf deren Webseite können Sie sich auch umfassend über die Initiative selbst sowie dem Thema Bürgerbegehren umfassend informieren. Es sind circa 800 gültige Unterschriften notwendig, um seitens der Bürger/-innen einen Bürgerentscheid erwirken zu können. Ich für meinen Teil werde mich, sofern noch Kapazitäten benötigt werden, an der Verteilung der Unterschriftenlisten beteiligen und selbstverständlich das Bürgerbegehren mit meiner Unterschrift unterstützen. Nach wie vor sehe ich es als völlig richtig an, dass die Bürger/-innen in Markdorf darüber entscheiden sollen, ob ein Projekt dieser Größenordnung umgesetzt werden soll oder nicht.

Mit dieser Unterschrift tragen Sie einen Teil dazu bei, dass es zu einem Bürgerentscheid kommt. Es muss nicht hier und jetzt für oder gegen den Umbau gestimmt werden. Diese Frage soll final in einem Bürgerentscheid geklärt werden – durch die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Markdorf, durch Sie!

Hilfreiche Weblinks:

Ich bleibe dabei – kein Rathaus im Markdorfer Bischofsschloss

Update vom 17.06.2018:

Der Südkurier hat meinen unten stehenden Text als Leserbrief in der Samstagsausgabe des Südkurier veröffentlicht. Diesen Leserbrief habe ich zusammen mit diesem Artikel an den Südkurier verschickt. Vielen Dank an den Südkurier.

Originaler Beitrag vom 14.06.2018:

Ich bleibe dabei – kein Rathaus im Bischofsschloss unter diesen Bedingungen! Auch ich bin nicht überrascht über diese Kosten über 18 Millionen Euro, die dieser Umbau kosten soll. Doch im Gegensatz zu Frau Sträßle (siehe Artikel im Südkurier) sehe ich keinen Mehrwert für ein Rathaus im Schloss.

Die Kostenaufstellung und auch die Argumente berücksichtigen keine langfristigen Unterhaltskosten, die die Nutzung eines solchen alten Gebäudes, trotz Umbaumaßnahmen, zwangsläufig mit sich bringen werden. Mit ansteigenden Unterhaltskosten für die Verwaltung ist somit zu rechnen. Ein Neubau hingegen kann nach modernden Maßgaben effizient und zukunftsorientiert gebaut werden. Ein Neubau ist auch besser kalkulierbarer, als ein denkmalgeschütztes Gebäude. Es ist somit nicht auszuschließen, eher zu befürchten, dass diese 18 Millionen Euro erst der Anfang sind.

Ich finde es gegenüber Gewerbetreibenden in der Ulrichstraße und Marktstraße unverantwortlich, es außer Acht zu lassen, diese im Falle eines Umsatzausfalles durch die Baumaßnahmen entsprechend zu entschädigen. Alleine das Versprechen, es so ertragbar, wie nur möglich zu gestalten, reicht nicht aus. Es geht hierbei um Existenzen vieler Menschen.

Das gesamte Vorhaben war von Beginn an den Bürgerinnen und Bürgern vorbeigeplant. Die sogenannte Bürgerbeteiligung war nichts anderes als eine Bürgerinformation und letztlich wurden die Tatsachen an anderer Stelle geschaffen. Auch diese Vorgehensweise hinterlässt bei mir einen sehr bitteren Beigeschmack.

Abschließend möchte ich anmerken, dass es nicht die Aufgabe von Bürgerinitiativen und Bürgerentscheiden ist, Alternativen aufzuzeigen. Vielmehr ist es die Aufgabe der Verwaltung, sich bei Vorhaben dieser Größe Alternativen zu überlegen und zu gestalten. Das ganze Vorhaben war von Anfang an auf die Verwaltung im Bischofsschloss ausgelegt, anders ist diese Vehemenz gegenüber Kritikern nicht zu verstehen. Zur vermeintlichen Alternativlosigkeit von Frau Oßwald kann ich nur sagen, dass meiner Meinung nach nie ernsthaft eine Alternative in Betracht gezogen wurde. Zu sehr hat man sich auf dieses Vorhaben fixiert und dies von Beginn an – koste es, was es wolle.