Die Zukunft des öffentlichen Nahverkehrs neu denken

Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) wird in vielen Kommunen, Städten oder Landkreisen stiefmütterlich behandelt. Im ÖPNV wird gekürzt, Strecken gestrichen und folglich auch Personal abgebaut, damit das ÖPNV rentabel bleibt. Darin steckt das Problem: Rentabilität.

Ich sehe im ÖPNV ein Verkehrsmittel, dass in Zukunft mehr ab Bedeutung gewinnen wird. Nicht nur in großen Städten ist der ÖPNV essentiell wichtig. Junge Menschen, die noch keinen Führerschein haben oder ältere Menschen, die schlichtweg kein Fahrzeug mehr fahren dürfen oder auch jene, die sich ein Auto nicht leisten können, sind auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen. In Regionen mit geringerer Bevölkerungsdichte oder in sehr ländlichen Gegenden ist der ÖPNV vielerorts komplett zum Erliegen gekommen. Hierbei vergessen wir diese Menschen und nehmen ihnen die Möglichkeit, am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können. Des Weiteren ist es auch eine Frage des Umweltschutzes für Natur und Mensch, die Städte mehr und mehr autofrei zu gestalten. Aus diesem Grund muss die öffentliche Hand den ÖPNV särken und mehr Priorität einräumen. Mit dem der Auslagerung des ÖPNV an private Unternehmen und dem Bestreben nach Rentabilität steigen die Preise für Ticket stetig an. Dadurch kann sich nicht jeder ein Bus- oder Bahnticket im Nahverkehr leisten. Was soll man also tun?

Die Vision: Kostenfreies ÖPNV

Ich werfe mal die nicht neue Idee in den Raum, den ÖPNV durch Bund, Land oder Kommune derart stark zu fördern, damit die Tickets entweder äußerst günstig oder gar frei sind, damit jede/r Bürger/in auf ÖPNV ausweichen kann. Selbstverständlich muss die Anbindung an alle Ortsbereiche oder Stadtteile mit guter Taktung gewährleistet werden. Wir müssen den Menschen ermöglichen, die umweltfreundlichere Variante ÖPNV wahrnehmen zu können. Viele Beispiele im Bundesgebiet zeigen auf, dasas es geht und der ÖPNV dort stark an Bedeutung gewonnen hat.

Die Finanzierungsfrage

Wer soll das alles bezahlen, wenn nicht die Fahrgäste? Wir müssn uns im Klaren sein, dass das geliebte Auto der Allgemeinheit ebenfalls, auch wenn versteckt, kostet. Auch dann, wenn jemand kein Auto besitzt. Durch den Wegfall von Autos und einem gut ausgebauten ÖPNV wird die Attraktivität des Standortes aufgewertet. Nutzflächen könnten durch Einsparungen von Parkplatzflächen besser ausgenutzt werden, z.B. mehr Gewerbefläche. Kommunen können Abgaben erhöhen (Kurtaxe), um die Kosten für den ÖPNV teilweise zu refinanzieren. Im Umkehrschluss können durch bessere ÖPNV-Anbindung mehr Anreize für Touristen geschaffen werden.

Zusammenfassend gibt es nicht das Finanzierungskonzept schlechthin. Die Kommunen selbst müssen die Möglichkeit haben, ihr Konzept zu entwickeln. Regional können sich hier große Unterschiede ergeben. Man kann zu Kofinanzierung auch die örtlich angesiedelten Betriebe in Form einer Abgabe heranziehen, wie es . Im Gegenzug erhalten diese ein gut ausgebautes ÖPNV-Netz, welches die Kunden und Mitarbeiter/innen befördert. Größere Unternehmen können sich Parkplatzflächen einsparen usw.

Fazit

Ich gebe nur einen Denkanstoß. Doch für mich ist es ein sehr reizvolles Thema, welches ich nun weiter verfolgen werde. Hier in der Bodenseeregion sehe ich Potenzial zu einem kostenfreien oder sehr güstsigen ÖPNV. Wenn wir die Berufspendler und Touristen flächendeckend und gut getaktet befördern können und sie damit von der Straße holen, können wir auch auf diesem Wege die Bodenseeregion von der Flut an Autos befreien.

Wir sollten darüber auf jeden Fall laut nachdenken und ein ganzheitliches Konzept erarbeiten.

 

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