DSGVO und mein Umgang mit dem Datenschutz

Am 25. Mai 2018 ist es soweit – die neue EU-Datenschutz-Grundverordnung (kurz: DSGVO) tritt in Kraft und seit einigen Wochen herrscht regelrecht Panik. Durch meine Tätigkeit als Systemadmin in einem mittelständischen Unternehmen kam ich nicht am Thema Datenschutz und der DSGVO vorbei und hat mir doch schon einige Kopfschmerzen bereitet. Mein Mailpostfach wird regelrecht damit überschwemmt und man bekommt den Eindruck, als würde die Welt vor einer Katastrophe sehen. Nun kommen wir alle wieder aus unseren Schutzräumen heraus und gehen das Thema DSGVO entspannt, jedoch mit Sorgfalt an. Viele Dinge werden ohnehin vor Gericht noch zu klären sein.

Doch auch für mich als Webseitenbetreiber brechen neue Zeiten an. Ich musste mich auch in das Thema DSGVO und Webseiten einarbeiten. Es war schon erstaunlich, was ich in den vergangenen Tagen an meiner Webseite umstellen musste, um die Webseite DSGVO-konform zu bekommen. Allen voran Google-Dienste habe ich abgestellt und Hausverbot erteilt. Letztlich nicht mal aus Angst vor Abmahnungen, sondern vielmehr wurde mir bewusst, was ich als Webseitenbetreiber alles dadurch an Google „petze“.

Im Endeffekt geht Datenschutz uns alle an. Wir können letztlich darüber froh sein, dass die DSGVO kommt und man mehr Bewusstsein für Datenschutz entwickelt. Vor allem Unternehmen und Webseitenbetreibern ist oft nicht klar, was ihre vermeintlich gut gewollten Handlungen auslösen können. Ich kann jeden, auch privaten, Webseitenbetreiber nur dazu raten, sich diesem Thema ernst und gewissenhaft zu widmen, aber nicht in Panik zu verfallen.

 

Was hat sich nun auf stephanseidel.de getan?

Auf meiner Webseite habe ich in den vergangenen Tagen einige Veränderungen vorgenommen, um DSGVO-konform zu sein und auch Ihre Daten nach bestem Wissen und Gewissen zu schützen. Folgene Maßnahmen habe ich vorgenommen:

  • Umfassende Formulierung einer Datenschutzerklärung, in der aufgezeigt wird, was auf stephanseidel.de technisch eingesetzt wird und wie mit Ihren persönlichen Daten umgegangen wird.
  • Entfernung der Plugins von Google Analytics:
    • Bisher habe ich Google Analytics dazu eingesetzt, um die Zusammenhänge erfahren zu können, unter welchen Umständen Sie auf meine Webseite gelangen. Doch dabei habe ich aus den Augen verloren, wie viel „Nutzen“ ich davon habe – keinen! Den meisten Nutzen hat Google – mir Ihren Daten. Aus diesem Grund habe ich Google Analytics komplett entfernt.
    • Stattdessen verwende ich ein Plugin von WordPress selbst, um ein paar Zugriffsstatistiken erhalten zu können. WordPress arbeitet derzeit an der DSGVO-Konformität des WordPress-Statistiken-Plugins. Bis dahin ist dieses Plugin inaktiv.
  • Entfernung von Google reCAPTCHA im Kontaktformular:
    • Wieder Google! Mit reCAPTCHA habe ich zwar die Möglichkeit, maschinelle (z.B. von Bots) und menschliche Eingaben im Kontaktformular unterscheiden zu können, jedoch wandern auch hier viele Benutzerdaten von Ihnen zu Google.
  • Verwendung von Systemschriftarten statt Google Fonts:
    • Google, Google, Google … Google Fonts sind toll, sie sehen auf allen Geräten gleich super aus und sie sind sehr bequem für Webseitenbetreiber einzubinden. Doch Google Fonts haben den gravierenden Nachteil, dass beim Laden der Schriftarten viele Nutzerdaten an Google übermittelt werden. Also habe ich auch hier den Rotstrift angesetzt und Google vor die Türe verbannt.
  • Deaktivierung der Kommentarfunktion:
    • Durch die Verwendung eines Anti-Spam-Moduls von Aksimet wurden auch hier sehr viele Daten im Hintergrund an den Anbieter weitergeleitet. Nach Recherche scheint dieser auch wenig davon begeistert zu sein, etwas zu ändern. Um aber keine SPAM-Kommentare am Fließband zu erhalten, habe ich kurzerhand die Kommentarfunktion komplett deaktiviert.
  • Auftragsdatenverabeitungs-Verträge (ADV-Verträge) regeln die Weitergabe Ihrer persönlichen Daten, die erforderlich sind, um diese Webseite überhaupt betreiben zu können. Allen voran ist das der Webhoster (Telekom), bei dem diese Webseite gespeichert wird. Aus diesem Grund habe ich Telekom Deutschland GmbH dazu aufgefordert, einen solchen ADV-Vertrag mit mir abzuschließen. Ich bin mir zwar nicht sicher, ob ich als Privatperson und nicht kommerzieller Webseitenbetreiber dazu verpflichtet bin, aber im Zweifel mache ich mehr, als gefordert wird, um Ihre Daten zu schützen.
  • Datenschutzhinweise: In allen Formularen, die ich einsetze, sind nun umfassende Datenschutzhinweise mit Opt-In-Verfahren eingebaut.

 

Ist überhaupt noch etwas erhalten geblieben?

Natürlich habe ich nicht alles gestrichen. Wen wir den paranoiden Datenschützern folgen würde, könnten wir das Internet abschaffen und klopfen bald  wieder auf Schiefertafeln. Einige Dinge sind erhalten geblieben und werden in der Datenschutzerklärung, die Sie hier jederzeit einsehen können, umfassend erklärt.

  • Social-Share-Button, um Beiträge in sozialen Netzwerken teilen zu können sind weiterhin im Einsatz, aber laut Plugin-Entwickler sind diese DSGVO-konform und senden nur dann Daten an Facebook, Twitter oder Instagram weiter, wenn Sie diese Button aktiv benutzen. Im Hintergrund werden keine Daten weitergegeben. Die in WordPress enthaltene Social-Share-Buttons verfahren nicht so und sind aus diesem Grund nicht im Einsatz.
  • Newsletter: Da mein eingesetztes System nicht über Drittanbieter abgewickelt wird, sondern ausschließlich über meine Webseite und meinem E-Mail-Server, konnte das Newslettersystem überleben.

Kurzum habe ich meiner Homepage im Hintergrund eine neue Frisur verpasst und beschränke mich auf das Notwendige, um die Webseite grundsätzlich betreiben und einen gewissen Service anbieten zu können. Selbstverständlich gebe ich Ihnen umfassend Auskunft über Ihre Daten, wenn Sie mir eine Anfrage dazu senden. Falls noch Fragen bestehen: Nur zu, kontaktieren Sie mich.

Bürgerbeteiligung schafft Vertrauen

Bürgerinnen und Bürger in politische Entscheidungen mit einzubeziehen, ist eines der für mich größten Ziele in der Kommunalpolitik. Entscheidungen von Gemeinderäten/-rätinnen haben Auswirkungen auf Bürger/innen. So manche politische Fehlentscheidung und den Unmut der Bevölkerung hätte unter Einbezug der Bürger/innen gar vermieden werden können.

Die gewählten Geimeinderäte-/rätinnen entscheiden über politische Themen, sie sind von der Bevölkerung gewählt worden. An dieser Tatsache soll meines Erachtens auch nichts geändert werden, die repräsentative Demokratie in Deutschland soll erhalten bleiben. Doch damit Mitglieder des Gemeinderates ihre Entscheidung treffen können, müssen sie über das zu entscheidende politische Themenfeld umfassend informiert werden und sich eine Meinung bilden. Genau an dem Punkt der Entscheidungsfindung ist die Bürgerbeteiligung für alle ein Gewinn. Die Bürger/innen erfahren meist nach einer Entscheidung, was entscheiden wurde. Meist über das Amtsblatt einer Gemeinde oder über die lokale Presse. Nicht selten stößt eine Entscheidung bitter auf und es macht sich Unmut in der Bevölkerung breit, wie derzeit in Markdorf im Bezug auf das Thema „Bischofschloss“, welches zur Verwaltung umgebaut werden soll.

Von der ersten Sekunde an

Stehen Projekte an, die Teile der Bevölkerung oder gar die gesamte Bevölkerung unmittelbar betreffen, ist es meiner Auffassung nach die Aufgabe der Verwaltung und der Gemeinderäte/-rätinnen, die betreffenden Menschen völlig ergebnisoffen mit einzubeziehen. Diese Menschen müssen angehört , befragt und umfassend informiert und auf dem Laufenden gehalten werden. Es ist klar, dass jede/e Bürger/in die Möglichkeit, sich Informationen zu verschaffen. Doch ich sehe die Verwaltung und die Gemeinderäte/-rätinnen in der „Pflicht“, dies aktiv zu tun und auf die Bevölkerung zuzugehen. Es gibt hierbei die verschiedensten Möglichkeiten, betroffene Menschen mit einzubeziehen, sei es durch Bürgerforen, regelmäßige Versammlungen oder auch Arbeitsgruppen, die gemeinsam Lösungen zu einem Projekt entwickeln. Ich bin davon fest überzeugt, dass durch aktives Miteinbeziehen der Bevölkerung von der ersten Stunde an auch Sichtweisen eröffnet, die man ggf. so nicht in Betracht gezogen hätte. Aber niemals darf diese Form der Bürgerbeteiligung dazu verwendet werden, um Menschen „nur“ zu informieren oder schon vorher festgelegte Ziele „schmackhaft“ zu machen, wie es in Markdorf mit dem Bischofschloss geschehen ist. Nur eine völlig ergebnisoffene und ernst gemeinte Bürgerbeteiligung darf überhaupt eine Beteiligung genannt werden!

Entschieden wird im Gemeinderat

Trotz meinem großen Ziel, die Menschen an politischen Prozessen beteiligen zu wollen, muss man sich im Klaren sein, dass die politische Entscheidung im Gemeinderat getroffen wird. Auch bei einer intensiven Beteiligung wird es Menschen geben, die eine Entscheidung ablehnen. Das liegt in der Natur der Sache und das ist Demokratie. Wenn aber die betroffenen Menschen umfassend, komplett, offen und ehrlich an einem Thema beteiligt wurden, bin ich davon überzeugt, dass daraus kein Unmut entstehen wird. Vielmehr schafft es in der Bevölkerung Vertrauen, wenn man sich sicher sein darf, dass gewählte Gemeinderäte/-rätinnen unter Einbezug aller Meinungen offen und ehrlich eine Entscheidung treffen und diese auch vertreten können.

Armut made in Germany

Der Streit um die Lebensmittelzuteilung der Tafeln in Essen erhitzt derzeit die Gemüter und beschäftigt, auch wenn nur halbherzig und völlig fehlgeleitet, die Politik. Verantwortung für das unerklärliche Desaster in unserem Land wird nach unten gereicht und trifft genau jene Menschen, die es am dringendsten benötigen. Es ist an Erbärmlichkeit in der Sozialpolitik kaum noch zu übertreffen, was CDU/CSU und gerade die SPD in den letzten Jahren geboten haben.

Schon der Gedanke daran, dass hilfsbedürftige Menschen gegeneinander ausgespielt werden, sei es durch die Politik oder durch die Gesellschaft, ist eine Schande. Unsere Bundeskanzlerin, Angela Merkel, schiebt die Verantwortung an die Tafeln in Essen zurück und signalisiert unverblümt, dass die Politik, die aber dieses Elend verursacht hat, nicht dafür zuständig sei. Mehr Hohn kann man kaum kommunizieren. Der soziale Aufschrei bleibt abermals aus.

Ich begreife es nicht, wie Deutschland, das bereit im vierten Jahr in Folge einen Haushaltsjahresüberschuss in Milliardenhöhe hat, es zulassen kann, dass Menschen im Winter auf der Straße frieren müssen und sich einem völlig zugespitzten Verteilungskampf um abgelaufene Lebensmittel ausliefern lassen müssen, weil sie Hunger haben. Das kann man sich nicht ausdenken! Die Bundesregierung hat in der Daseinsvorsorge für ihre Bürger/innen auf ganzer Linie versagt und schiebt die Verantwortung immer weiter nach unten. Stattdessen diskutieren wir darüber, ob Flüchtlinge mehr erhalten als deutsche Rentner/innen, die unterhalb der Armutsgrenze leben. Dabei hat Deutschland genug Mittel, um allen bedürftigen Menschen zu helfen, darüber müssen wir diskutieren und endlich handeln. Letztlich ist es den unzähligen freiwilligen Menschen zu verdanken, dass die Gesellschaft nicht völlig kollabiert. Anstatt soziale Reformen auf den Weg zu bringen, damit die Menschen nicht hungern, frieren und leiden müssen, erhält man nach unzähligen Verhandlungswochen obendrein einen politischen Offenbarungseid, auch genannt Koalitionsvertrag. Dass diese Damen und Herren, die diesen Vertrag „ausgehandelt“ haben, nicht verstehen, welche Probleme dieses Land hat, zeigt dieser Offenbarungseid auf knapp 180 Seiten.

Die Zukunft des öffentlichen Nahverkehrs neu denken

Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) wird in vielen Kommunen, Städten oder Landkreisen stiefmütterlich behandelt. Im ÖPNV wird gekürzt, Strecken gestrichen und folglich auch Personal abgebaut, damit das ÖPNV rentabel bleibt. Darin steckt das Problem: Rentabilität.

Ich sehe im ÖPNV ein Verkehrsmittel, dass in Zukunft mehr ab Bedeutung gewinnen wird. Nicht nur in großen Städten ist der ÖPNV essentiell wichtig. Junge Menschen, die noch keinen Führerschein haben oder ältere Menschen, die schlichtweg kein Fahrzeug mehr fahren dürfen oder auch jene, die sich ein Auto nicht leisten können, sind auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen. In Regionen mit geringerer Bevölkerungsdichte oder in sehr ländlichen Gegenden ist der ÖPNV vielerorts komplett zum Erliegen gekommen. Hierbei vergessen wir diese Menschen und nehmen ihnen die Möglichkeit, am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können. Des Weiteren ist es auch eine Frage des Umweltschutzes für Natur und Mensch, die Städte mehr und mehr autofrei zu gestalten. Aus diesem Grund muss die öffentliche Hand den ÖPNV särken und mehr Priorität einräumen. Mit dem der Auslagerung des ÖPNV an private Unternehmen und dem Bestreben nach Rentabilität steigen die Preise für Ticket stetig an. Dadurch kann sich nicht jeder ein Bus- oder Bahnticket im Nahverkehr leisten. Was soll man also tun? Weiterlesen „Die Zukunft des öffentlichen Nahverkehrs neu denken“

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Nicht nur die Bundeskanzleramtszeit muss man begrenzen

„Neue Besen kehren gut“ sagt man so gerne, wenn neue Mitarbeiter/innen anfangen. Zweifelsohne sind neue Mitarbeiter/innen hoch motiviert. Selbes erlebt man auch in unseren Parlamenten. Frisch gewählte Abgeordnete kommen mit vielen neuen Impulsen ins Parlament. Wer aber im Parlament bereits mehrere Legislaturperioden hinter sich hat, neigt wohl eher dazu, das alt eingefahrene Prozedere nicht zu ändern. Der Platz für Neues wird mit fortschreitender Zugehörigkeit geringer. Für mich drängt sich da nun die Forderung, die Zugehörigkeit im Parlement auf maximal zwei oder drei Legislaturperioden zu begrenzen. Weiterlesen „Nicht nur die Bundeskanzleramtszeit muss man begrenzen“